Für eine typische Verkaufsfläche im Modehandel sind rund 300 lx ein sinnvoller Ausgangspunkt; an Kassen und vergleichbaren Arbeitsplätzen können etwa 500 lx erforderlich sein. Für die eigentliche Warenpräsentation zählen jedoch zusätzlich Farbwiedergabe, vertikale Beleuchtung, Abstrahlwinkel, Blendung und Kontrast.
Wer einen Fashion Store beleuchtet, sollte deshalb nicht einfach möglichst viele Leuchten an der Decke verteilen. Ein guter Plan beginnt mit der Frage, welche Ware wo gesehen werden soll und welche Lichtwirkung der Raum braucht.
Kleidung wird an Wänden, Ständern, Tischen und Mannequins betrachtet. Genau dort muss das Licht ankommen. Die Grundbeleuchtung sorgt für Orientierung; das Akzentlicht übernimmt die Aufgabe, Kollektionen und einzelne Produkte hervorzuheben.

Was macht eine gute Beleuchtung im Fashion Store aus?
Eine gute Fashion-Beleuchtung verbindet Grundlicht, vertikales Licht und Akzentbeleuchtung zu einer klaren Lichtstruktur.
In der Praxis lassen sich die Aufgaben des Lichts in sechs Bereiche aufteilen:
- Grundbeleuchtung – sorgt für Orientierung und eine sichere Bewegung durch den Store.
- Vertikale Beleuchtung – bringt Kleidung an Wänden und Regalen zur Geltung.
- Akzentbeleuchtung – setzt Schwerpunkte auf Mannequins, Neuheiten und ausgewählte Produkte.
- Schaufensterbeleuchtung – schafft Aufmerksamkeit von außen.
- Arbeitsbeleuchtung – berücksichtigt die Anforderungen an Kasse und Service.
- Steuerung – ermöglicht Anpassungen an Tageszeit, Verkaufsaktion und Nutzung.
Der wichtigste Unterschied zu einer rein funktionalen Beleuchtung liegt in der Gewichtung: Nicht jede Fläche muss gleich hell sein.

1. Wie viel Lux braucht ein Modegeschäft?
Für allgemeine Verkaufsflächen werden häufig etwa 300 lx als Planungswert angesetzt, während für Kassenbereiche rund 500 lx als Referenz dienen können.
Diese Werte sind ein Ausgangspunkt und keine vollständige Lichtplanung. Die benötigte Lichtmenge hängt unter anderem von Raumgröße, Oberflächen, Montagehöhe, Warenpräsentation und Sehaufgabe ab.
| Bereich | Richtwert / Planungsansatz | Hauptziel |
|---|---|---|
| Verkaufsfläche | ca. 300 lx | Orientierung |
| Kasse | ca. 500 lx | Sehen und Arbeiten |
| Warenwand | projektabhängig | vertikale Produktpräsentation |
| Mannequin | lokal höher | Blickfang |
| Schaufenster | projektabhängig | Aufmerksamkeit |
| Umkleide | projektabhängig | natürliche Darstellung |
| Lager | abhängig von der Tätigkeit | funktionales Arbeiten |
Eine höhere Beleuchtungsstärke bedeutet nicht automatisch eine bessere Warenpräsentation. Wenn das zusätzliche Licht hauptsächlich auf den Boden fällt, wird dadurch die Kleidung nicht zwangsläufig besser sichtbar.

Warum sind 300 lx allein nicht ausreichend?
Eine horizontale Beleuchtungsstärke auf dem Boden sagt wenig darüber aus, wie gut Kleidung an einer Wand oder auf einem Ständer wahrgenommen wird.
Genau hier liegt ein häufiger Planungsfehler. Die Beleuchtung wird auf den Boden optimiert, während die vertikalen Verkaufsflächen vergleichsweise dunkel bleiben.
Ein Kunde schaut aber nicht dauerhaft auf den Boden. Er betrachtet Stoffe, Farben, Schnitte und Details auf Augenhöhe.
Deshalb sollte bei einem Fashion Store immer auch die vertikale Beleuchtung betrachtet werden.
2. Warum ist vertikale Beleuchtung bei Kleidung so wichtig?
Vertikales Licht bringt die Warenflächen dorthin, wo der Kunde tatsächlich hinschaut.
Eine lange Kleiderwand kann mit wenigen engstrahlenden Spots zwar hell erscheinen, aber trotzdem unruhig wirken. Zwischen zwei Lichtkegeln entstehen dann dunkle Bereiche, während einzelne Stellen überbetont werden.
Eine breitere Lichtverteilung kann hier die ruhigere Lösung sein.
Besonders bei:
- langen Kleiderwänden
- Regalsystemen
- Schuhwänden
- Accessoireflächen
- Markenwänden
- großflächigen Textilien
ist eine gleichmäßige vertikale Beleuchtung wichtig.
Die Wand sollte dabei nicht zwingend heller als das gesamte Geschäft sein; sie sollte ausreichend sichtbar sein, damit die Ware nicht im Hintergrund verschwindet.

3. Welcher CRI ist für einen Fashion Store sinnvoll?
Für hochwertige Warenpräsentationen ist Ra ≥ 90 ein sinnvoller Zielwert, auch wenn für bestimmte allgemeine Verkaufsbereiche niedrigere normative Mindestwerte gelten können.
Bei Mode ist Farbe Teil des Produkts. Ein Kleid in Dunkelblau sollte unter der Verkaufsbeleuchtung nicht plötzlich grau wirken. Beige, Rot, Grün oder Hauttöne müssen ebenfalls möglichst natürlich erscheinen.
Deshalb sollte eine Ausschreibung nicht nur „LED, CRI 90“ enthalten.
Sinnvoll sind zusätzliche Angaben zu:
- Ra / CRI
- R9
- Farbtemperatur
- SDCM
- Lichtstrom
- Abstrahlwinkel
- Dimmfunktion
- Lebensdauer
- photometrischen Daten
Für größere Projekte ist eine konstante Farbwiedergabe zwischen den Leuchten besonders wichtig. Sichtbare Farbunterschiede zwischen benachbarten Spots wirken bei einer langen Warenwand schnell störend.

Ist R9 für Modebeleuchtung wichtig?
R9 kann bei der Bewertung der Farbwiedergabe eine zusätzliche Rolle spielen, insbesondere bei gesättigten Rottönen.
Das ist für Fashion Retail interessant, weil rote, rosafarbene und orangefarbene Kleidungsstücke häufig vorkommen.
R9 sollte aber nicht isoliert betrachtet werden. Ein hoher R9-Wert macht eine Lichtquelle nicht automatisch zu einer guten Retail-Leuchte.
4. Welche Farbtemperatur passt zu einem Modegeschäft?
Für viele Fashion Stores liegt die praktische Auswahl zwischen 3000 K und 4000 K.
| Farbtemperatur | Typische Lichtwirkung | Mögliche Anwendung |
|---|---|---|
| 2700–3000 K | warm, ruhig | Boutique, Lounge, hochwertige Materialien |
| 3000–3500 K | ausgewogen | klassische Fashion Stores |
| 3500–4000 K | neutral, klar | moderne Fashion- und Sportflächen |
| über 4000 K | kühl, funktional | spezielle Anwendungen |
3000 K ist nicht grundsätzlich besser als 4000 K, und 4000 K ist nicht automatisch moderner.
Ein Store mit Eiche, Leder und warmen Textilien kann von 3000–3500 K profitieren. Eine minimalistische Verkaufsfläche mit weißen Wänden, Glas und Metall kann mit 3500–4000 K klarer wirken.
Auch die vorhandene Tageslichtsituation sollte berücksichtigt werden.

5. Welche Lichtzonen braucht ein Fashion Store?
Ein Modegeschäft sollte nicht als eine einzige große Beleuchtungsfläche betrachtet werden.
Die wichtigsten Bereiche sind:
- Schaufenster
- Eingang
- zentrale Verkaufsfläche
- Warenwände
- Präsentationstische
- Mannequins und Hero Products
- Umkleidekabinen
- Kasse
- Lounge oder Wartebereich
- Nebenräume und Lager
Jede Zone hat eine andere Aufgabe.

1. Schaufenster
Das Schaufenster soll Produkte sichtbar machen und gleichzeitig einen klaren visuellen Schwerpunkt setzen.
Verstellbare Spots sind hier praktisch, weil sich die Dekoration regelmäßig ändert. Ein engerer Lichtkegel kann einen einzelnen Blickfang hervorheben, während breitere Optiken für größere Szenen besser geeignet sind.
2. Eingang
Der Eingangsbereich sollte den Übergang vom Außenraum in den Store klar und angenehm gestalten.
Zu wenig Licht kann den Eingang zurückhaltend wirken lassen. Eine völlig gleichmäßige Beleuchtung nimmt ihm dagegen seine Funktion als Orientierungspunkt.
3. Verkaufsfläche
Die allgemeine Verkaufsfläche braucht ein ruhiges Grundlicht, auf dem die übrigen Lichtschichten aufbauen.
Hier sollte nicht jeder Bereich mit einem eigenen starken Spot versehen werden. Das Grundlicht muss ausreichend Orientierung schaffen, ohne die Akzentbeleuchtung wirkungslos zu machen.
4. Warenwand
Die Warenwand sollte vor allem vertikal und gleichmäßig beleuchtet werden.
Breite Lichtverteilungen eignen sich häufig besser als viele kleine, eng gebündelte Lichtpunkte.
5. Präsentationstische
Auf Präsentationstischen sollte das Licht möglichst gleichmäßig auf die Oberseite und die Ware treffen.
Besonders bei gefalteten Kleidungsstücken können harte Schatten oder starke Reflexionen die Produktwirkung beeinträchtigen.
6. Mannequins
Mannequins brauchen gerichtetes Licht, das Kleidung und Körperform sichtbar macht, ohne den Hintergrund unnötig aufzuhellen.
Ein Spot mit etwa 15° kann für einen einzelnen Blickfang geeignet sein. Bei mehreren Figuren kann 24° oder 36° eine ruhigere Verteilung ergeben.
7. Umkleidekabinen
Die Beleuchtung der Umkleidekabine sollte Kleidung und Gesicht möglichst natürlich darstellen.
Ein einzelner Downlight direkt über dem Kopf kann tiefe Schatten unter Augen, Nase und Kinn erzeugen.
Eine Kombination aus Deckenlicht und seitlicher oder vertikaler Beleuchtung am Spiegel kann ausgewogener sein.
8. Kasse
Die Kasse benötigt funktionales Licht, weil hier nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter eine visuelle Aufgabe haben.
Die Beleuchtung sollte deshalb ausreichend hell und möglichst blendarm sein.
6. Welche Abstrahlwinkel sind für Fashion Retail sinnvoll?
Der passende Abstrahlwinkel hängt von Produktgröße, Montagehöhe und gewünschter Lichtverteilung ab.
| Abstrahlwinkel | Typische Verwendung |
|---|---|
| 15° | einzelnes Highlight, Mannequin |
| 24° | kleinere Produktgruppe |
| 36° | allgemeine Akzentbeleuchtung |
| 60° | Wand und größere Präsentationsfläche |
| 60–90° | breite Flächenbeleuchtung |
Die Kombination mehrerer Optiken ist in der Praxis meist flexibler als eine einheitliche Optik für den gesamten Store.
Ein 15°-Spot kann auf einem einzelnen Produkt präzise wirken. Derselbe Spot ist für eine lange Warenwand oft zu eng.
7. Wie verhindert man Blendung?
Blendung lässt sich am zuverlässigsten durch die richtige Kombination aus Leuchtenposition, Optik, Montagehöhe und Lichtleistung reduzieren.
Besonders kritisch sind:
- direkt sichtbare Lichtquellen
- glänzende Böden
- Spiegel
- Glas
- poliertes Metall
- stark reflektierende Möbel
Ein UGR-Wert auf dem Datenblatt ersetzt deshalb keine Betrachtung der tatsächlichen Raumsituation.
Die gleiche Leuchte kann in zwei unterschiedlichen Räumen unterschiedlich wahrgenommen werden.
8. Warum sind Schienenleuchten im Fashion Retail so praktisch?
Schienenleuchten ermöglichen eine Anpassung der Lichtposition, wenn sich das Storelayout verändert.
Das ist gerade im Modehandel wichtig. Kollektionen wechseln, Präsentationstische werden verschoben und saisonale Flächen entstehen.
Mit einem flexiblen Schienensystem können Leuchten:
- verschoben werden,
- neu ausgerichtet werden,
- gedimmt werden,
- mit anderen Optiken ausgestattet werden,
- unterschiedlichen Lichtgruppen zugeordnet werden.
Die Beleuchtung kann sich dadurch an die Ware anpassen, statt umgekehrt.
9. Braucht ein Fashion Store eine intelligente Lichtsteuerung?
Eine Lichtsteuerung lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Beleuchtungszonen oder unterschiedliche Betriebssituationen vorhanden sind.
Mögliche Szenen sind:
- Opening – vollständige Verkaufsbeleuchtung
- Daylight – Anpassung an Tageslicht
- Highlight – stärkere Produktakzente
- Evening – stärkerer Kontrast
- Cleaning – gleichmäßiges Arbeitslicht
- Closing – reduzierte Beleuchtung
DALI oder DALI-2 können solche Anforderungen unterstützen.
Die Steuerung sollte aber nicht komplizierter sein als das tatsächliche Beleuchtungskonzept.
Bei einem kleinen Store kann eine einfache Zonenschaltung völlig ausreichend sein. Bei einem großen Flagship Store mit vielen Bereichen kann eine detaillierte Steuerung sinnvoller sein.
10. Wie plant man die Beleuchtung eines Fashion Stores?
Die Lichtplanung sollte vom Storekonzept zur Leuchte führen und nicht umgekehrt.
1. Grundriss prüfen
Zuerst werden Verkaufsfläche, Warenwände, Schaufenster, Kasse, Umkleiden und Laufwege eingezeichnet.
2. Produktbereiche definieren
Danach wird festgelegt, welche Produkte besonders sichtbar sein sollen.
3. Lichtzonen bilden
Grundlicht, Wandlicht, Akzentlicht und dekoratives Licht werden getrennt betrachtet.
4. Technische Zielwerte festlegen
Für jede Zone werden Beleuchtungsstärke, Farbwiedergabe, Farbtemperatur und Blendbegrenzung definiert.
5. Optiken auswählen
Die Abstrahlwinkel werden passend zu Montagehöhe und Produktgröße ausgewählt.
6. Lichtberechnung durchführen
Eine Berechnung zeigt, ob Beleuchtungsstärke und Lichtverteilung tatsächlich zum Raum passen.
7. Musterbereich aufbauen
Bei größeren Projekten sollte ein Teilbereich mit den geplanten Leuchten getestet werden.
8. Steuerung festlegen
Erst danach wird entschieden, welche Leuchten geschaltet, gedimmt oder in Szenen integriert werden.
9. Wartung einplanen
Betriebsstunden, Verschmutzung, Lichtstromrückgang und Austauschmöglichkeiten sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
11. Welche Vorteile hat eine gut geplante Fashion-Beleuchtung?
Eine durchdachte Lichtplanung verbessert nicht nur die Optik, sondern auch die Nutzbarkeit und Flexibilität des Stores.
1. Farben werden besser wahrgenommen
Eine gute Farbwiedergabe hilft dabei, Stoffe und Kleidungsfarben natürlicher darzustellen.
2. Produkte erhalten eine klare Priorität
Akzentlicht lenkt den Blick auf Kollektionen, Neuheiten und ausgewählte Produkte.
3. Der Raum wird leichter lesbar
Unterschiedliche Lichtzonen können Eingang, Laufwege und Produktbereiche visuell voneinander trennen.
4. Änderungen werden einfacher
Verstellbare Schienenleuchten können auf neue Warenlayouts reagieren.
5. Arbeitsbereiche können separat geplant werden
Kasse, Service und Lager müssen nicht dieselbe Lichtlösung wie die Verkaufsfläche erhalten.
6. Energie kann gezielter eingesetzt werden
Dimmung und Zonierung ermöglichen es, Licht dort einzusetzen, wo es tatsächlich benötigt wird.
12. Für welche Fashion Stores eignet sich dieses Konzept?
Das Konzept eignet sich besonders für Geschäfte mit wechselnden Kollektionen und einer starken visuellen Produktpräsentation.
- Premium-Boutiquen
- Fashion Chains
- Sportbekleidung
- Streetwear
- Schuhgeschäfte
- Kinderbekleidung
- Department Stores
- Flagship Stores
- Shop-in-Shop-Flächen
- Multi-Store-Konzepte
Bei Filialketten kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die Lichtqualität sollte zwischen den Standorten reproduzierbar sein.
Dafür müssen technische Spezifikationen wie CCT, Farbwiedergabe, Lichtstrom, Optik und Steuerung eindeutig definiert werden.
13. Welche Fehler sollte man bei der Beleuchtung eines Modegeschäfts vermeiden?
Die häufigste Fehlplanung ist eine gleichmäßig helle Verkaufsfläche ohne erkennbare Lichtschwerpunkte.
Weitere typische Probleme sind:
- Zu viel Licht auf dem Boden
- Zu wenig Licht auf den Waren
- Keine ausreichende vertikale Beleuchtung
- Zu niedrige Farbwiedergabe
- Nur ein Abstrahlwinkel für alle Bereiche
- Sichtbare Blendung
- Zu starke Reflexionen auf Spiegeln und Glas
- Keine flexible Anpassung an neue Kollektionen
- Umkleidekabinen mit ausschließlich direktem Deckenlicht
- Keine Lichtberechnung vor der Bestellung
- Keine Bemusterung bei größeren Projekten
- Steuerung wird erst nach der Installation berücksichtigt
Welche technischen Daten sollte eine Retail-Leuchte erfüllen?
Eine Leuchte für Fashion Retail sollte anhand ihrer vollständigen technischen Daten beurteilt werden und nicht nur anhand von Wattzahl oder Lumen.
| Parameter | Worauf achten? |
|---|---|
| Lichtstrom | tatsächlicher Output der Leuchte |
| Systemleistung | inklusive Treiber |
| lm/W | Systemeffizienz |
| CCT | passende Farbtemperatur |
| Ra / CRI | Farbwiedergabe |
| R9 | zusätzliche Information zur Rotwiedergabe |
| SDCM | Farbkonsistenz |
| Abstrahlwinkel | passend zur Anwendung |
| UGR | Blendbewertung im jeweiligen Kontext |
| Dimmung | z. B. DALI / DALI-2 |
| Lebensdauer | langfristige Betriebskosten |
| Photometrische Daten | Grundlage für Lichtberechnung |
Eine hohe lm/W-Zahl allein sagt deshalb wenig über die Eignung einer Leuchte für Fashion Retail aus.
Ist 170 lm/W für eine Retail-Leuchte sinnvoll?
170 lm/W kann ein hoher Effizienzwert sein, sollte aber immer als Systemwert unter definierten Betriebsbedingungen betrachtet werden.
Treiber, Optik, Farbtemperatur, Farbwiedergabe und thermische Bedingungen beeinflussen die tatsächliche Effizienz.
Für einen Fashion Store sollte deshalb nicht die höchste lm/W-Zahl isoliert gesucht werden, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Effizienz und Lichtqualität.
Warum ist eine Bemusterung vor einem größeren Projekt sinnvoll?
Eine Bemusterung zeigt, wie die geplante Leuchte tatsächlich mit den Produkten und Oberflächen des Stores funktioniert.
Auf Zeichnungen lässt sich beispielsweise erkennen, dass eine Warenwand ausreichend beleuchtet wird. Erst vor Ort zeigt sich jedoch zuverlässig, ob:
- Farben natürlich erscheinen,
- der Spot zu eng ist,
- Reflexionen entstehen,
- das Gesicht eines Mannequins unvorteilhaft beleuchtet wird,
- die Wand zu dunkel bleibt,
- die Akzentbeleuchtung stark genug ist.
Bei hochwertigen Boutiquen und größeren Filialprojekten kann ein kleiner Testbereich deshalb viele spätere Änderungen vermeiden.
FAQ: Fashion Store Lighting
Für allgemeine Verkaufsflächen werden häufig rund 300 lx als Ausgangswert verwendet. Für Kassen und bestimmte Arbeitsbereiche können etwa 500 lx relevant sein. Die konkrete Planung hängt von der jeweiligen Sehaufgabe ab.
Ra ≥ 90 ist für hochwertige Warenpräsentationen ein sinnvoller Zielwert. Für einfache allgemeine Verkaufsflächen können je nach Anwendung auch niedrigere Anforderungen gelten.
Ja, 4000 K kann für moderne und klar gestaltete Fashion Stores gut funktionieren. Entscheidend sind jedoch Raumgestaltung, Materialien und gewünschte Atmosphäre.
3000 K wirkt tendenziell wärmer, 4000 K neutraler. Die Wahl sollte deshalb vom Storekonzept und nicht von einer pauschalen „besseren“ Farbtemperatur abhängen.
Weil Kunden Kleidung überwiegend auf vertikalen Flächen betrachten. Eine gute Wandbeleuchtung kann deshalb wichtiger sein als eine weitere Erhöhung der Bodenbeleuchtung.
15°, 24° und 36° eignen sich für unterschiedliche Akzentaufgaben, während breitere Optiken besser für größere Warenflächen geeignet sein können.
Nein, ein sehr enger Abstrahlwinkel ist normalerweise für gezielte Akzente gedacht. Für allgemeine Warenflächen sind breitere Lichtverteilungen meist sinnvoller.
Weil die Leuchten verschoben und neu ausgerichtet werden können, wenn sich die Warenpräsentation verändert.
Die beiden Systeme erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Eine 3-Phasen-Schiene ermöglicht mehrere getrennte Stromkreise und kann dadurch für komplexere Lichtgruppen interessant sein.
DALI ist sinnvoll, wenn mehrere Lichtgruppen unabhängig gedimmt oder Szenen gesteuert werden sollen. Für kleinere und einfache Installationen kann eine einfachere Lösung ausreichen.
SDCM beschreibt die Farbtoleranz einer Lichtquelle und hilft dabei, sichtbare Farbunterschiede zwischen Leuchten zu begrenzen.
R9 kann zusätzliche Informationen über die Wiedergabe gesättigter Rottöne liefern. Für die Gesamtbewertung sollte jedoch die gesamte Farbwiedergabe betrachtet werden.
Schwarze Kleidung benötigt ausreichend gerichtetes Licht, damit Form und Materialstruktur sichtbar bleiben. Eine zu geringe vertikale Beleuchtung kann schwarze Ware schnell im Hintergrund verschwinden lassen.
Weiße Kleidung sollte gleichmäßig beleuchtet werden, ohne dass glänzende Materialien überstrahlen. Die Position und der Abstrahlwinkel der Leuchten sind dabei besonders wichtig.
Die Beleuchtung sollte Gesicht und Kleidung möglichst natürlich darstellen und harte Schatten vermeiden. Eine Kombination aus Deckenlicht und vertikaler Beleuchtung kann dafür sinnvoll sein.
Seitliche oder beidseitige Beleuchtung kann eine gleichmäßigere Gesichtsausleuchtung erzeugen als ein einzelner Spot direkt über dem Spiegel.
Eine lange Kleiderwand sollte möglichst gleichmäßig vertikal beleuchtet werden. Viele sehr enge Spots können dagegen sichtbare Hell-Dunkel-Flecken erzeugen.
Dimmung, Zonierung, effiziente LED-Leuchten, Tageslichtregelung und angepasste Betriebszeiten können den Energieverbrauch reduzieren.
Nein. Farbwiedergabe, Optik, Blendung, Lebensdauer, Steuerbarkeit und tatsächliche Systemleistung müssen gemeinsam betrachtet werden.
Eine Ausschreibung sollte mindestens Lichtstrom, Systemleistung, CCT, Ra/CRI, SDCM, Abstrahlwinkel, Dimmoptionen, Lebensdauer und photometrische Daten definieren.
Bei 500 m² sollte die Fläche zunächst in unterschiedliche Lichtzonen aufgeteilt werden. Danach können Grundbeleuchtung, Warenwandbeleuchtung, Akzentlicht, Umkleide, Kasse und Schaufenster separat geplant werden.
Die Anzahl lässt sich nicht seriös allein aus der Verkaufsfläche ableiten. Montagehöhe, Lichtstrom, Abstrahlwinkel, Reflexionen, Warenlayout und gewünschte Beleuchtungsstärke müssen gemeinsam betrachtet werden.
Die optimale Montagehöhe hängt von der Raumhöhe und der gewünschten Lichtverteilung ab. Bei hohen Decken können andere Optiken und Lichtleistungen erforderlich sein als bei einem Store mit 2,8 oder 3 m Deckenhöhe.
Eine Lichtberechnung zeigt, ob Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Lichtverteilung zum Raum passen. Sie hilft außerdem dabei, unnötig viele Leuchten zu vermeiden.
Mehrere Standorte benötigen klare und reproduzierbare technische Spezifikationen. CCT, Farbwiedergabe, SDCM, Lichtstrom, Optiken und Steuerung sollten deshalb möglichst eindeutig definiert werden.
Das Licht sollte die Ware sichtbar machen, ohne selbst zum Mittelpunkt zu werden.
Eine funktionierende Lichtplanung beginnt deshalb mit dem Produkt und dem Raum. Erst danach werden Leuchte, Optik, Lichtleistung und Steuerung ausgewählt
Kurzfassung für die Planung
Für einen modernen Fashion Store lässt sich das Konzept auf fünf Grundregeln reduzieren:
- Grundlicht für Orientierung statt maximaler Helligkeit.
- Vertikales Licht für Warenwände und Regale.
- Hohe Farbwiedergabe für Kleidung und Materialien.
- Gezielte Akzentbeleuchtung für Mannequins und wichtige Produkte.
- Flexible Steuerung und Schienenbeleuchtung für wechselnde Präsentationen.
Das Ziel ist nicht, den gesamten Store gleichmäßig hell zu machen, sondern die richtige Helligkeit an die richtige Stelle zu bringen. Genau dadurch entsteht eine Beleuchtung, die im Alltag funktioniert, sich an neue Kollektionen anpassen lässt und gleichzeitig die Produkte in ihrer tatsächlichen Farbe und Materialität zeigt.